Chardonnay

Chardonnay gilt zurecht als eine der vielseitigsten und wohl auch besten Rebsorten der Welt.

Die aus dem Burgund stammende weiße Rebe ging wahrscheinlich aus einer spontanen Kreuzung zwischen Burgunder und Heunisch hervor. Von den weltweit fast 100.000 ha mit Chardonnay bestockter Rebfläche entfallen rund 39.000 ha auf Kalifornien (größter Produzent) und 38.000 ha auf Frankreich (zweitgrößter Produzent). In Deutschland sind etwa 820 ha mit Chardonnay bepflanzt.

Einfache Chardonnay erinnern oft an Äpfel und Pfirsich, in den besten Gewächsen dominiert aber der mineralische Ton des Bodens und die buttrig-würzige Note des Barriques. Neben den berühmten Tropfen aus dem Burgund, allen voran Chablis, Meursault, Montrachet und Charlemagne, werden aus dem Chardonnay auch einige der besten Champagner gekeltert.

Die Anpassungsfähigkeit des Chardonnay an verschiedenste Bodenarten und klimatische Bedingungen gilt als Hauptgrund für den internationalen Siegeszug dieser Rebsorte seit den 1980er Jahren. Zudem ist der Chardonnay eine der wenigen weißen Sorten, welche vom Ausbau im Barrique geschmacklich profitieren. Die buttrige Opulenz vieler holzreicher Chardonnay (v.a. der neuen Welt) überdeckt jedoch oftmals die filigraneren Aromen, welche dem Wein erst Tiefe und Charakter verleihen.

Dies führte in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zum sogenannten ABC-Trinker: anything but Chardonnay. Die große Einheitlichkeit (und Austauschbarkeit) vieler Massen-Chardonnay schreckte viele Weinliebhaber und -kritiker ab.

In jüngster Zeit erlebt der Chardonnay eine Renaissance. Regionen wie die französische Auvergne oder der Norden Spaniens erinnern sich der Vielseitigkeit der Rebsorte und ambitionierte Winzer keltern moderne Weine abseits des Massengeschmacks.

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